Das Steingesicht von Oedeleck

Das Steingesicht von Oedeleck

by Wolfgang Held

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Overview

Den 12-jährigen Rolf, Sohn des Bergarbeiters Erich Freitag, und den gleichaltrigen Jürgen, Sohn des Zechendirektors Brecher , verbindet seit der 1. Klasse eine tiefe Freundschaft. Diese steht vor einer harten Bewährungsprobe, als der alte Schlämmteich im Schacht verschwindet und 49 Kumpel nach dem Wassereinbruch nicht mehr nach oben kommen. Nach der Rettung einiger weniger Eingeschlossener werden Stimmen laut, die die Grubenleitung anklagen, von dem drohenden Wassereinbruch gewusst und nichts unternommen zu haben. Viel zu schnell wird die Suche nach weiteren Eingeschlossenen aufgegeben. Rolf kann und will nicht glauben, dass sein Vater tot ist. Tumultartig löst sich die eilig anberaumte Trauerfeier auf, als Klopfsignale aus dem 'Alten Mann', einem vor längerer Zeit stillgelegten Schacht, vernommen werden. Können die Bergleute gerettet werden, wird Rolf seinen Vater wiedersehen? Das erstmals 1966 im Kinderbuchverlag Berlin erschienene Buch fesselt in seiner atemberaubenden Spannung Kinder ab 12 Jahre, aber auch Erwachsene. INHALT: Ein Teich versinkt Der zweite Tag Schwarze Fahnen Sturm zieht auf Die Toten melden sich Im Wettlauf mit dem Tod Steingesicht erscheint

Geboren 1930 in Weimar, aufgewachsen und erzogen in einem konsequent sozialdemokratischen Elternhaus, stark geprägt vom Erlebnis KZ Buchenwald im April 1945 auf der Suche nach einem von der Gestapo verhafteten Onkel. Volksschule und Handelsaufbauschule in Weimar, 1948/49 als Volkspolizist freiwilliger Aufbauhelfer (Enttrümmerung, Wasserleitung Maxhütte, u.a.). Erkrankung an Tuiberkulose. Im Sanatorium für den weiteren Lebensweg entscheidende Begegnung und monatelanges, gemeinsames Zusammenleben in einem Zimmer mit gleichaltrigem Vikar. Journalistische Ausbildung. Tätigkeit als Redaktionsassistent. Erste Buchveröffentlichung 1959. Ab 1964 freischaffender Schriftsteller. Im literarischen Schaffen beeinflusst von Louis Fürnberg, Hans-Joachim Malberg, Bruno Apitz und Walter Janka. Zahlreiche Romane, Kinder- und Jugendbücher (u.a. Autor des Weimarer Knabe-Verlages), Drehbücher für Film und Fernsehen. Literarische Auszeichnungen: Literatur-und Kunstpreis der Stadt Weimar, Nationalpreis der DDR, Preis der Filmkritiker, u.a. als erster deutscher Drehbuchautor für den Europäischen Filmpreis Felix nominiert, Goldene Ehrennadel der Stadt Weimar 2005.

Product Details

ISBN-13: 9783863949235
Publisher: EDITION digital
Publication date: 01/01/2013
Sold by: CIANDO
Format: NOOK Book
Pages: 171
File size: 672 KB
Age Range: 12 - 18 Years

About the Author

Geboren 1930 in Weimar, aufgewachsen und erzogen in einem konsequent sozialdemokratischen Elternhaus, stark geprägt vom Erlebnis KZ Buchenwald im April 1945 auf der Suche nach einem von der Gestapo verhafteten Onkel. Volksschule und Handelsaufbauschule in Weimar, 1948/49 als Volkspolizist freiwilliger Aufbauhelfer (Enttrümmerung, Wasserleitung Maxhütte, u.a.). Erkrankung an Tuiberkulose. Im Sanatorium für den weiteren Lebensweg entscheidende Begegnung und monatelanges, gemeinsames Zusammenleben in einem Zimmer mit gleichaltrigem Vikar. Journalistische Ausbildung. Tätigkeit als Redaktionsassistent. Erste Buchveröffentlichung 1959. Ab 1964 freischaffender Schriftsteller. Im literarischen Schaffen beeinflusst von Louis Fürnberg, Hans-Joachim Malberg, Bruno Apitz und Walter Janka. Zahlreiche Romane, Kinder- und Jugendbücher (u.a. Autor des Weimarer Knabe-Verlages), Drehbücher für Film und Fernsehen. Literarische Auszeichnungen: Literatur-und Kunstpreis der Stadt Weimar, Nationalpreis der DDR, Preis der Filmkritiker, u.a. als erster deutscher Drehbuchautor für den Europäischen Filmpreis Felix nominiert, Goldene Ehrennadel der Stadt Weimar 2005. Bibliografie: Romane und Erzählungen Die Nachtschicht. Erzählung, Volksverlag Weimar, 1959 Manche nennen es Seele. Roman, Volksverlag Weimar, 1962 Der Tod zahlt mit Dukaten. Kriminalroman, Verlag Das Neue Berlin, 1964 Der letzte Gast. Kriminalroman, Verlag Das Neue Berlin, 1968 Das Licht der schwarzen Kerze. Roman, Verlag Das Neue Berlin, 1973 (Neuauflagen 1996, 2010) Schild überm Regenbogen. Roman, Militärverlag der DDR, Berlin 1973 Visa für Ocantros. Roman, Verlag Das Neue Berlin, 1976 Härtetest. Roman, Militärverlag der DDR, Berlin 1978 Al-taghalub - Gesetz der Bärtigen. Roman, Verlag Neues Leben, Berlin 1981 (Neuauflage 2004) Eilfracht via Chittagong. Roman, Militärverlag der DDR, Berlin 1982 Lasst mich doch eine Taube sein. Roman, Militärverlag der DDR, Berlin 1986 (Neuauflage 2007) Wie eine Schwalbe im Schnee. Roman, Verlag Das Neue Berlin, 1988 (Neuauflage 2004) Die gläserne Fackel. Roman, Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 1990 Einer trage des anderen Last. Roman, Das Neue Berlin, 1995 (Neuauflage 2002) Uns hat Gott vergessen. Roman, Quartus-Verlag, Bucha 2000 Last und liebes Kummerfeld, BS-Verlag Rostock, 2010 Kinder- und Jugendbücher: Mücke und sein großes Rennen, Gebr. Knabe Verlag, Weimar 1960 Du sollst leben, Mustapha, Gebr. Knabe Verlag, Weimar 1962 Quirl hält durch, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1964 Hilfe, ein Wildschwein kommt, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1964 (Neuauflage 2008) Der Teufel heißt Jim Turner, Gebr. Knabe Verlag, Weimar 1964 Das Steingesicht von Oedeleck, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1966 Petrus und die drei PS, Gebr. Knabe Verlag, Weimar 1966 Feuervögel über Gui, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1969 Blaulicht und schwarzer Adler, Gebr. Knabe Verlag, Weimar 1969 Zwirni träumt vom Weltrekord, Gebr. Knabe Verlag, Weimar 1971 Im Netz der weißen Spinne, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1973 Aras und die Kaktusbande, Gebr. Knabe Verlag, Weimar 1982 (Neuauflage 2008) ...auch ohne Gold und Lorbeerkranz, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1983 (Neuauflage 2003) Wiesenpieper, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1988 Spiel- und Fernsehfilme: Schüsse unterm Galgen, DEFA 1968 12 Uhr mittags kommt der Boss, DEFA 1968 Zeit zu leben, DEFA 1969 Anflug Alpha eins, , DEFA 1971 Gefährliche Reise (Mehrteiler), DFF 1972 Das Licht der schwarzen Kerze" (3-Teiler), DFF 1973 Visa für Ocantros" (2-Teiler), DFF 1974 Zweite Liebe – ehrenamtlich, DFF 1977 Härtetest, DFF 1978 Wiesenpieper, DFF 1983 Die Spur des 13. Apostel (83. Folge aus der Kriminalserie "Polizeiruf 110"), DFF 1983 Einer trage des anderen Last, DEFA 1988 Die gläserne Fackel (7-Teiler), DFF 1989 Silberdistel, DFF 1990 Laßt mich doch eine Taube sein, DDR/Jugoslawien 1990 Sachbücher: Das Thüringer Rostbratwurstbüchlein, Verlag Kleine Arche, Erfurt 1994

Read an Excerpt

Plötzlich gellte ein wilder, irrsinniger Schrei durch das Gewölbe. Die Felswände warfen ihn zurück, schriller und unmenschlicher.
Erich Freitag riss die Lampe herum. Grell traf der Schein das verzerrte Gesicht mit der Narbe. Einen großen, kantigen Stein beidhändig über den Kopf hebend, so stand der Mann nur einen Schritt entfernt vor ihm. Blitzschnell riss Freitag den Arm schützend hoch, da schlug der Besessene auch schon zu. Die Lampe zersplitterte. Erich Freitag spürte einen brennenden Schmerz über den Augen und stürzte besinnungslos zu Boden. Alles geschah in Sekundenschnelle. Hans Luck wollte seinem Kameraden zu Hilfe eilen, doch der Narbengesichtige zertrümmerte mit einem Fußtritt auch die zweite Lampe. Schwarze Finsternis hüllte alles ein. Immer noch klopfte Gantner drüben in der Spalte.
"Aufhören, du Hund!", brüllte der Mann mit der Narbe durch das Dunkel. Die anderen Männer hatten nun den Schock überwunden und schrien durcheinander. Viele schienen vom Wahnsinn des Narbengesichts angesteckt. Sie unterstützten seine Forderung laut und ohne zu überlegen. Die Furcht triumphierte, wurde Panik. Verzweifelt versuchten die bei klarem Verstand Gebliebenen die Stimmen des Irrsinns zu übertönen. Worte halfen nichts mehr. Fäuste schlugen zu. Kämpfende Männer wälzten sich am Boden.
Zwei sehnige, raue Hände umklammerten Hans Lucks Hals, schnürten ihm den Atem ab. Röchelnd rang er nach Luft. Seine Finger glitten suchend über die Erde, fanden einen scharfen Glassplitter von der zertrümmerten Grubenlampe. Mit letzter Kraft hieb er die Spitze in den Rücken des Würgers. Der Getroffene ächzte. Seine Hände lockerten für einen Augenblick den Griff. Der Junghauer konnte die würgenden Finger fassen und nach hinten biegen. Sein Gegner stöhnte auf und rollte seitwärts. In dieser Minute hätte sich Hans Luck rächen können für die Todesangst, aber er tat es nicht. Schnaufend und schwach von dem überstandenen Kampf kroch er dorthin, wo er die anderen Lampen vermutete. An die Erde gepresst, schob er sich vorwärts, den Kopf tief zwischen die Schultern ziehend, den linken Arm abwehrbereit erhoben. Ein eisenbeschlagener Stiefelabsatz stieß in seine Hüfte, er geriet in ein Knäuel keuchend miteinander ringender Männer, bohrte die geballte Hand in einen heißen Atem und kam endlich heraus aus dem chaotischen Getümmel. Hier muss es sein, dachte er und streckte den Arm aus. Er täuschte sich nicht. Seine Finger berührten das kalte Metall und suchten nach dem erbsengroßen Schaltknopf. In dieser Sekunde erscholl ein grausiges Lachen, so boshaft und abstoßend, dass sogar die heiseren Flüche ringsum verstummten. Gantner? Auch die Hammerschläge waren nicht mehr zu hören!
Das in der Hand des Junghauers aufflammende Licht entriss der Dunkelheit ein entsetzliches Bild. Niemand kämpfte weiter. Alle starrten hinüber zu der Felsspalte, ernüchtert und gelähmt vom Schreck. Es war der Mann mit der Narbe, dem das furchtbare Gelächter aus der Kehle quoll.
"Den Schädel schlage ich ihm ein, den Schädel!", schrie er und stierte in den Lichtschein. Er kniete auf dem in die Spalte gezwängten und zur Gegenwehr unfähigen Kumpel. Mit dem Hammer, den er Gantner entrissen hatte, drohte er herüber. Geifer sprühte ihm von den Lippen. "Keinen Schritt, hört ihr! Er hat geklopft, und ich bestrafe ihn ... Ich bestimme hier! Ich! Ich ... Ich bin der König! Ich bin das Steingesicht! Bettelt um euer Leben, los!"
"Wirf sofort den Hammer weg, Paul!" Ein Arbeitskamerad des Wahnsinnigen schrie ihm diesen Befehl zu. Ein höhnisches Gelächter war die Antwort. Die Männer, die noch vor Minuten von Panik ergriffen zum Töten bereit gewesen waren, empfanden jetzt erst die Schändlichkeit ihres Verhaltens. Sie konnten einander nicht ansehen. Der Mann, der gerufen hatte, wollte auf den Wahnsinnigen zugehen. Eine Hand hielt ihn zurück.
"Er bringt Gantner um!", flüsterte ihm Erich Freitag zu, der wieder auf die Beine gekommen war. Aus einer Platzwunde über seiner Nasenwurzel sickerte Blut. "Komm mit auf die andere Seite."

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